Welche Schwungmasse sollte ein Heimtrainer haben?

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Schwungmasse Heimtrainer

Der Fahrradtrainer ist ein beliebtes Fitnessgerät, mit dem Du hervorragend Deine Ausdauer und die verschiedenen Muskelgruppen in den Beinen trainieren kannst. Absolvierst Du Deine Trainingseinheiten regelmäßig, ist es durch den hohen Kalorienverbrauch zudem möglich, Dein Gewicht gezielt zu reduzieren.

Bei der Auswahl eines Fahrrad-Heimtrainers gibt es verschiedene Dinge zu beachten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Schwungmasse. Sie umfasst neben dem Gewicht der Schwungscheibe auch das Gewicht der anderen Komponenten, die Du beim Treten bewegen musst. Dazu gehören zum Beispiel die Kurbelarme und das Antriebsrad. Deshalb ist die Schwungmasse bei der Auswahl des Ergometers von Bedeutung und nicht das reine Gewicht der Schwungscheibe.

In den nächsten Abschnitten erläutere ich Dir, warum die Schwungmasse beim Ergometer-Kauf eine Rolle spielt. Außerdem gehe ich darauf ein, welche Schwungmasse ein Heimtrainer haben sollte, damit ein effektives und gelenkschonendes Training damit möglich ist.

Pedale Ergometer heimtrainer
Damit der Tritt in die Pedale beim Training angenehm vonstatten geht, ist ein effektives Schwungrad bzw. die Schwungmasse ausschlaggebend.

 

Schwungmasse – wie wichtig beim Fahrrad-Heimtrainer?

Damit der Tritt in die Pedale beim Training auf dem Fahrradergometer angenehm gleichmäßig vonstatten geht, ist ein harmonischer und runder Lauf erforderlich. Rutschende Riemen und ein abgehackter Lauf mit Totpunkten führen aufgrund der Gewichtsbelastung auf Dauer zu Gelenkproblemen. Wenn Du auf dem Hometrainer sitzt, solltest Du also zu keiner Zeit ins Leere treten. Um die Bedeutung der Schwungmasse für den Heimtrainer besser zu verstehen, ist es interessant zu wissen, wie genau die Kräfte beim Ergometer wirken:

  • Stehen die Pedale horizontal nebeneinander, übst Du als Trainierender die höchste Kraft aus.
  • Sobald sie jedoch vertikal stehen – also eine Pedale nach oben und eine nach unten – benötigst Du viel weniger Kraft.
  • Genau das ist der sogenannte Totpunkt – also der Augenblick, in dem kinetische Energie in Form eines Impulsaufbaus benötigt wird, um einen gleichmäßigen Tritt zu erzielen und zu verhindern, dass sich die Tretgeschwindigkeit verlangsamt.
  • Hier kommt das Schwungrad beziehungsweise die Schwungmasse ins Spiel. Je schwerer das Schwungrad ist, desto mehr wird das Trägheitsmoment erhöht. Das steigert auch die kinetische Energie des Schwungrads. Totpunkte können dadurch leichter überwunden werden, was zu einem harmonischen Rundlauf führt.
Schwungmasse Heimtrainer Schwungrad
Je größer die Schwungmasse und je größer der Radius der Schwungscheibe bei deinem Heimtrainer ist, desto runder und gleichmäßiger sind die Bewegungen.

Als Faustregel kannst Du Dir daher merken: Je schwerer die Schwungmasse und je größer der Radius der Schwungscheibe, umso runder, gleichmäßiger und gelenkschonender sind Deine Bewegungen.

 

Schwungmasse beim Heimtrainer – wie hoch sollte sie sein?

Ich empfehle Dir, ein Heimtrainer-Fahrrad mit einer Schwungmasse von wenigstens sechs Kilogramm zu wählen. Dies trifft auf die meisten Einsteigermodelle zu. Gut beraten bist Du auch mit einem Fahrradergometer der Mittelklasse, welche zwischen 9 und 13 Kilogramm Schwungmasse mitbringen. Fündig wirst Du bei folgenden Marken:

  • AsVIVA
  • Skandika
  • Sportstech
  • Christopeit
  • Ultrasport
  • SportPlus

Die Profi-Ergometer, die zur Spitzenklasse gehören, bieten Schwungmassen ab 14 Kilogramm. Diese werden von Herstellern wie Finnlo/Hammer, Nautilus, Schwinn oder Maxxus angeboten. Bei Schwungmassen über 20 Kilogramm ist aber Vorsicht geboten: Dann wäre das Trägheitsmoment des Schwungrads zu hoch, weshalb es Deine Beine zu stark antreiben würde. Folgende Liste dient Dir zur Orientierung bei der Auswahl Deines Heimtrainers in Abhängigkeit von der Schwungmasse:

  • Schwungmasse von 6 bis 8 Kilogramm:
    • Standard-Qualität
    • Perfekt für Anfänger
    • Für die gelegentliche Nutzung geeignet – etwa ein- bis zweimal im Monat
  • Schwungmasse von 9 bis 14 Kilogramm:
    • Mittelklasse
    • Geeignet für ambitionierte Hobbysportler, die ein Ausdauertraining oder eine Fettverbrennung anstreben
    • Auch für die Reha ideal
    • Kommt für die regelmäßige, tägliche Nutzung in Frage
  • Schwungmasse ab 14 Kilogramm:
    • Profigeräte in Spitzenqualität
    • Eignet sich für die intensive Nutzung – also mehrere Stunden pro Tag
Heimtrainer Miweba MS500 Schwungmasse
Je nach dem welche Ziele Du verfolgst und welche Bedürfnisse Du hast, solltest Du die Schwungmasse von deinem Heimtrainer wählen.

Vergleicht man zwei ähnliche Ergometer, bei denen es nur Unterschiede in puncto Schwungmasse gibt, hätte ein Unterschied von ein bis zwei Kilogramm wenig Einfluss auf den Rundlauf. Das gilt aber nur, wenn Du bei niedrigem Widerstand oder hoher Geschwindigkeit trainierst. Bei hohen Widerständen oder langsamem Treten sieht es anders aus. Dann machen schon die ein oder zwei Kilogramm Abweichung der Schwungmasse einen Unterschied. Deshalb gilt: Möchtest Du intensiv und mit hohem Widerstand trainieren, ist es besser, das Ergometer mit der höheren Schwungmasse zu wählen – selbst, wenn die Differenz nur bei einem oder zwei Kilogramm liegt.

Eine Ausnahme stellen hier lediglich die Profi-Ergometer von Kettler, Precor, Hammer oder Schwinn/Nautlius dar. Diese bieten teilweise Heimtrainer mit einer eher kleinen Schwungmasse an. Möglich ist das dank einer speziellen Konstruktion des Schwungrad-Systems, einem sehr guten Übersetzungsverhältnis und einem hochwertigen Antrieb. Bei diesen Modellen spielt die Schwungmasse dann nur noch eine untergeordnete Rolle und die Regel „Je höher die Schwungmasse, desto besser“ gilt nicht mehr.

 

Neben der Schwungmasse sind noch weitere Faktoren wichtig

Natürlich ist die Schwungmasse trotz allem nicht der einzige wichtige Punkt beim Kauf eines Ergometers. Weitere Auswahlkriterien, an denen Du Dich bei der Anschaffung eines Heimtrainers orientieren kannst, habe ich Dir hier noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Heimtrainer-Variante: Soll es ein simpler Heimtrainer sein, ein professionelles Fahrradergometer, ein Liegeergometer (Liegefahrrad) – oder vielleicht ein anderes Fitnessgerät wie ein Laufband, ein Crosstrainer oder ein Rudergerät?
  • Sattel und Sitzposition einstellbar auf Körpergröße
  • Art der Bremse: Magnetbremssystem oder Induktionsbremse
  • Handsensoren für die Pulsmessung, damit ein pulsgesteuertes Ausdauertraining möglich ist
  • Maximale Wattzahl bei drehzahlunabhängigen Ergometern
  • Widerstandseinstellung in Stufen oder Watt möglich, um den Tretwiderstand je nach Widerstandsstufe zu variieren
  • Transportrollen und gegebenenfalls klappbar (für kleine Wohnungen)
  • Trainingscomputer mit großem Display zur Anzeige von verbrauchten Kalorien, Herzfrequenz, Umdrehungen und zurückgelegter Strecke bzw. erreichter Distanz
  • Weiteres Zubehör vorhanden – zum Beispiel Brustgurt, Rückenlehne und Ohrclip

Weitere Tipps zur Auswahl erhältst Du auch in meinem Fahrradergometer Test. Dort stelle ich Dir auch meine persönlichen Favoriten vor.

Im Video stelle ich Dir den Miweba MS500 vor

 

Fazit: Die Schwungmasse ist ein wichtiges Kaufkriterium bei der Heimtrainer-Anschaffung

Sportler, die auf der Suche nach einem Fahrrad-Heimtrainer sind, sollten sich darüber bewusst sein, dass die Schwungmasse zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehört. Sicher ist vor dem Kauf auch interessant, um welches Bremssystem es sich handelt (Magnetbremse oder Induktionsbremse) und dass beispielsweise auch Handpulssensoren vorhanden sind, um eine Messung der Herzfrequenz beim Training zu ermöglichen.

Heimtrainer Ergometer Schwungmasse
Vor allem Einsteiger vernachlässigen die Schwungmasse. Diese ist jedoch wichtig, wenn Kalorien verbrannt und Muskeln aufgebaut werden sollen.

Dabei vernachlässigen gerade Einsteiger häufig die Schwungmasse, obwohl sie sehr wichtig ist. Gerade, wer eine niedrigere Trittfrequenz bei einem hohen Widerstand anstrebt, um viele Kalorien zu verbrennen und einen Muskelaufbau zu erzielen, sollte sich für ein Gerät mit einer möglichst hohen Schwungmasse entscheiden. Denn: Je höher die Schwungmasse, umso runder und gleichmäßiger können die Bewegungen ausgeführt werden – und das ist für ein gelenkschonendes und effektives Training äußerst wichtig, da die Belastung der Gelenke sonst zu groß ist.

Die meisten dieser Cardiogeräte für den Heimgebrauch bieten eine Schwungmasse von zehn Kilogramm, was oft ausreichend ist. Nur für eine intensivere Nutzung sollte es eine höhere Schwungmasse sein. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass das komplette Gerätesystem optimal aufeinander abgestimmt ist. Tendenziell ist es daher besser, etwas mehr Geld zu investieren, und dafür ein hochwertiges Trainingsgerät zu erhalten, das Dich bei Deinem Trainingsziel perfekt unterstützt.

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